Terrorakte sind schrecklich, um so mehr da es immer unschuldige Menschen trifft. Menschen die tatsächlich nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Allerdings bleibt auch eine Frage zurück, gäbe es zumindest in Russland einen Weg diese vollkommen sinnlosen Akte einzuschränken?
Wer die Tagesschau im staatlichen Fernsehen sieht, dem fallen schnell einige Fakten auf:
a) Insbesondere im Sommer sind Großaktionen im Nordkaukasus des Innenministeriums im Wochentakt an der Tagesordnung
b) Republiken wie Dagestan brauchen nicht mal russische Truppen, dort scheint man sich ohnehin einfach gegenseitig umzubringen.
Dieses Szenario spielt sich so schon seit mehreren Jahren ab. Was aber wirklich geschieht hat wenig nur mit Banden zu tun (auch wenn es tatsächlich natürlich um die Frage geht, wer klaut vom Kuchen) sondern gerade auch durch den Terror an der Bevölkerung, wirkt es letztlich Bürgerkriegsähnlich.
Wäre es nicht einfacher offen von Seiten der Politik, dann das ganze auch als Bürgerkrieg zu deklarieren? Immerhin, es würde Russland den Vorteil bringen offen und eventuell auch ein für alle Mal die Fronten zu klären. Die sanfte Masche die seit einigen Jahren gespielt wird, sorgt nur dafür, dass die Konfliktpartei versucht den Bürgerkrieg weit ab vom eigentlichen Schauplatz in die Megapolis zu tragen.
Sicherlich, auch bei einem offen deklarierten Bürgerkrieg wäre dieses Szenario zu erwarten, dafür wäre jedoch das Gebiet besser unter Kontrolle zu bringen und ein Ende wäre absehbar. So wird sich aber das Problem Kaukasus noch jahrzehntelang halten und die Opfer sind Menschen die sich kaum je Gedanken über Geostrategie oder Verteilungskämpfe und Einflussnahme gemacht haben.